Wo war Gott in Auschwitz?

Die Fragen des Alltags, Erkenntnislehre, Sprach-, Natur- und Sozialphilosophie, Ethik, Logik usw.

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schela
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Wo war Gott in Auschwitz?

Beitrag von schela » 04.06.2005, 18:24

A) er ist in den Gaskammern gestorben.

B) es gab und gibt ihn nicht.

C) da der Mensch einen freien Willen hat, kann Gott nicht für das Böse verantwortlich gemacht werden. die Frage ist falsch (doch was ist dann mit Gottes Allmacht?)

D) Das Böse hatte irgendeinen Sinn, den wir mit unserem beschränkten menschlichen Geist nicht verstehen können.
Kann den ein Reiner aus den Unreinen kommen? Nicht einer!

Fire_Falcon bla

Beitrag von Fire_Falcon bla » 04.06.2005, 20:10

sag ich mir auch immer löl

optimal
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Beitrag von optimal » 05.06.2005, 21:13

Ich sage c). Die Theodizee-Frage und der ganze Prädestinationskram ist doch total dämlich. Denn wenn Menschen Marionetten wären, wäre Gott ein ziemlich mieser Spielemacher. Ein Blick aufs alte Testament zeigt auch, dass Gott nicht die Menschen zu schlechtem verleitet. Sonst hätte er ja auch nicht die Sintflut schicken müssen oder den Turmbau zu Babel verhindern müssen.

rastasista
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Beitrag von rastasista » 05.06.2005, 21:48

Gott hat die Menschheit erschaffen . aber leitet sie nicht, das ist auch das was ich denke. Genauso wie ich die These verfolge, dass jeder Mensch nicht grundböse ist, sondern immer auch eine gute Seite hat.

optimal
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Beitrag von optimal » 06.06.2005, 10:15

"Grundböse" ist auch immer subjektiv. Denn für die Menschen, die "böses" tun, gibt es oft auch einen Grund, warum sie dieses tun. Vielleicht ist er nicht nachzuvollziehen, aber ich glaube, es gibt immer einen.
Um Rastasistas These zu vervollständigen: Es gibt kein böse ohne ein gut und umgekehrt.

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Mirry
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Re: Wo war Gott in Auschwitz?

Beitrag von Mirry » 06.06.2005, 13:08

schela hat geschrieben: C) da der Mensch einen freien Willen hat, kann Gott nicht für das Böse verantwortlich gemacht werden. die Frage ist falsch (doch was ist dann mit Gottes Allmacht?)
was aht denn die allmacht damit zu tun? er kann doch allmächtig sein, aber das heißt doch nicht auch gleichzeitig, dass er immer handeln MUSS, oder?
ich denke wir armen menschen können mit unserer sicht auf die welt nicht durch das göttliche weltengefüge hindurchblicken. daher wird es auf solche oder ähnliche fragen nie eine endgültige antwort geben.
hier hilft nur der glaube weiter.
Wenn das Leben ein Traum ist, dann will ich nie aufwachen.

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Death Skull
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Beitrag von Death Skull » 01.01.2006, 02:19

Ich tendiere zu B), weil ich bin Nihilistin...

Ich könnte genauso gut fragen, wo war Gott als meine Omma starb?!
"Haltet mir ne Knarre an den Kopf und streicht die Wände mit meinem Hirn"

rastasista
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Beitrag von rastasista » 01.01.2006, 18:06

In der Bibel steht nirgendwo ,dass er uns in all unserem Handeln begleitet und es steht zwar was vom ewigen leben drin, aber nach dem Tod und nichts davon, dass die Nachfahren wissen ob es wirklcih existiert, deswegen kannst du von seiner Existenz nichts wissen, wie vermutlich so gut wie niemand.

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Frozen.storm
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Beitrag von Frozen.storm » 27.02.2008, 12:09

Ich sage E) es ist egal ob er existiert, ihm die Schuld dafür zu geben macht nicht sehr viel Sinn, da wenn er existieren würde, er uns ziemlich alleine gelassen hätte, wofür man ihn allein (von allen anderen Sachen mal abgesehen wofür der Mensch verantwortlich ist) schon mit Nichtachtung strafen sollte.
Wenn C) zutrifft, wobei ich denke das Gott (wenn er denn existiert) zwangsläufig einen Teil seiner Allmacht für uns aufgegeben hat. Wenn man davon ausgeht, dass Gott uns nach seinem Ebenbilde geschaffen hat, ist dies leicht zu akzeptieren, denke ich. Man denke nur daran das er uns seinen Geist eingehaucht haben soll...
Die Alternative B) wäre natürlich auch nicht schlecht sie käme meinem E) ziemlich nahe.
D) könnte zutreffen denn alles schlechte, egal wie schlecht es erscheint, hat eine gute Seite die Frage ist nur für wen... Das Aussterben der Menschheit, zum Beispiel, würde uns nicht so gut passen aber die Natur würde sich freuen... Alles eine Frage der Perspektive. Ach ja man bedenke das Gott laut Bibel schonmal versucht hat uns fast auszurotten, - vielleicht will er sein Werk vollenden.

MfG Frozen

muckelchen
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Beitrag von muckelchen » 03.04.2009, 08:57

Ich würde sehr gerne glauben, dass es einen Gott gibt, wie er in der Bibel beschrieben ist: der für die Menschen seinen Sohn opfert... Aber das ist leider nur eine idealisierte Geschichte. Bei der Diskussion kommt man doch immer wieder auf die gleiche Frage (jedenfalls die Menschen, die an seiner Existenz zweifeln): warum sollen wir ihm für alles danken, was wir ahebn oder was er uns angeblich gibt oder was uns Gutes zustößt? Warum können wir ihm dann nicht auch die Schuld geben, wenn was schief geht? Das verstehe ich nicht! Wenn er uns in all unserem Handeln begleitet, hat er auch den Amokläufer inWinnenden und die Terroristen, die am 11.9. 01 ins World-Trade-Center geflogen sind begleitet. Oder all die Eltern, die ihre Kinder zu Tode quälen. Warum sollten wir zu so jemandem beten? Un dwarum ist der mensch für die schlechten Dinge angeblich verantwortlich und Gott für die Guten? Das ist doch unfair!!!

muckelchen
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Beitrag von muckelchen » 03.04.2009, 08:59

ich will damit sagen, wenn es Gott gibt, war er auch in Auschwitz. Und wer kann das ertragen?

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eistüte
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Beitrag von eistüte » 03.04.2009, 10:49

Gott kann kein Leben für immer aufrecht erhalten,das ist schonmal richtig.
Aber wenns ihn wirklich gibt....wo ist er denn?

Ich glaube definitiv nicht an Gott,denn für mich ist er nur sowas wie eine "Legende".Der eine erzählts dem anderen,der erzählts dem usw......
und am Ende wird aus einer Bergziege ein Elefant.

Und es ist auch genau so gut möglich,dass sein Sohn gar nicht geopfert,sondern ermordet wurde.....also KEINE Kreuzigung.
Da gabs vor einiger Zeit mal eine interessante Doku dazu im Fernsehen.Da wurde die Kreuzigung in Frage gestellt,aufgrund irgendwelchen Vermutungen,oder Beweisen.
Aber des Rätsels Lösung war mir schon von Anfang an klar...
"Jesus wurde wirklich gekreuzigt!",hiess am Ende.

Stellt euch mal vor,wenn das genaue Gegenteil rausgekommen wäre.Was wäre,wenn....?!
Das würde sich niemand trauen,den Gegenbeweis zu finden/veröffentlichen.Dann wäre nämlich das pure Chaos,und grundlegende Dinge wären auf einmal hinfällig.Das würde eine wahnsinnige Welle an Kettenreaktionen auslösen.

Was ich damit sagen will.....es scheint wohl so vieles nur ein Märchen zu sein.Da wird die Menschheit lieber in diesem Glauben gelassen. ;)

PS:Genau dasselbe mit dem 11.September,aber das ist ein anderes Thema.
Der Trick ist nicht,zu überleben.Es kommt eher darauf an,ewig mit sich selbst leben zu können.

yoda
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Beitrag von yoda » 03.04.2009, 18:56

Wo war Gott in Ausschwitz? Ist das euer Ernst? na wenn ihr sonst keine Probleme habt...

Wo war er denn bei Krankheiten, Hungersnöten, Kriegen und Naturkatastrophen? Bestimmt mit dem Osterhasen und dem Weihnachtsmann und noch ein paar anderen fiktiven Gestalten (sorry Kinder) kegeln und hinterher ne Currywurst futtern.

Ich als Atheist habe da meine ganz eigene Meinung bezüglich eurem homie da oben aber will mich ja nicht aufdrängen.

:arrow: yoda*
Für mich ist es Hass, ist es Kraft.
Für mich ist Black Metal Blut!
Black Metal ist Krieg!

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Kopf*Kino
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Beitrag von Kopf*Kino » 07.04.2009, 20:25

Nietzsche kam zu dem Schluss, dass mehrere mächtige Strömungen, vor allem das Aufkommen der Naturwissenschaften und der Geschichtswissenschaft, daran mitgewirkt haben, den christlichen Gott unglaubwürdig zu machen und damit die christliche Weltanschauung zu Fall zu bringen...



„Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet, – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? […] Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?“

rastasista
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Beitrag von rastasista » 08.04.2009, 01:15

Nietzsche war auch son Vogel , der mir in meiner Schulzeit auf die Omme ging. Ganz ehrlich ... Gott ist tot. Das beweißt dann eigentlich nur, dass er als Konzept ja hätte existieren müssen, um tot zu sein.

Gott ist viel mehr etwas , das wir werden erklären noch begreifen können, noch beweisen oder verneinen. Aber bestimmt nicht tot , vielleicht eher nun mehr relativ unpopulär.

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